endlich wieder küste

Entwarnung. Das Runterschleusen im Göta Kanal ist für svea um einiges gemütlicher und vor allem schneller. Ratzfatz sind wir auf diesen Riesensee gespuckt worden. Die zehn Tage durch halb Schweden haben aber auch gereicht und wir haben es am Ende dann auch wirklich gesehen, dieses Kanalzeug…

… und der Vänernsee ist tatsächlich wieder schärenhaft und wir packen für zwei volle Tage unsere Passatbesegelung aus. Unter Schmetterling läufts, obwohl das monströse Ungetüm von Spibaum einfach immer noch zu lang ist. Wir ankern wie im Paradies. Es regnet an diesem Abend mal nicht, der Wind nimmt auf die Nacht ab und die Natur beschert uns einen traumhaft schönen Sonnenuntergang. Nur die Crew der SY Felicitas, unserer lieben Göta Kanal-Parallel-Fahryacht fehlt zum Grillen. 

Wir geniessen die tolle Abwechslung in den Landschaften, den passenden Wind und freuen uns, dass das alles um uns herum auch noch Süsswasser ist. Nur das Wetter ist miserabel, es gibt keinen Tag ohne Regen und dem routiniert morgendlichen schon fast meditativen Abwischen der Kuchenbude. Wo bleibt verdammt noch mal der Sommer?

Weiter geht’s in den Trollhättan Kanal und in die in den Fels gesprengten Schleusen, die uns mit einem jeweils gewaltigen Hub wieder auf Meereshöhe und an die Westküste Schwedens bringen. Insgesamt geht es 44 Meter abwärts und das mit nur sechs Schleusen. Das Schleusen selbst ist sehr entspannt, die Höhe ist hier die Aufregung und beeindruckt sehr. Nach ziemlich langen Seemeilen und ödem Vorbeituckern an Kühen und Pferden, an Winterlager- und Industriehallen empfängt uns eine erfrischend moderne Skyline von Göteborg! Extra auf Funkanruf halten für uns nun auch Trams und Buslinien, Autos und Fahrradfahrer.

Göteborg ist so ganz anders als Stockholm. So unroyal, ein bisschen alternativ, überall Baustellen mit coolen Projekten und touristisch nicht so überlaufen. Wir erkunden die Stadt, essen französisch in einer Brasserie und machen uns kinderprogrammgerecht mal wieder auf den Weg in ein Aquarium. svea dafür schwimmt aber wohl im schlimmsten und teuersten Hafen ever seit unseres Starts. Lilla Bommen. Absolut nicht zu empfehlen. Laut, alt, unbemannte abgewrackte Hausboote neben uns, auf dem Steg fremde Leute, die definitiv nicht hier hingehören und kein Hafenmeister weit und breit (ist ja schon Nebensaison). Aber! Wir treffen alle Familiencrews aus dem Göta Kanal wieder und die 4-bis 10jährigen hüpfen abends mit Angel und Eimer und hoch- und schweizerdeutsch bewaffnet auf dem Steg herum. 

Wir müssen dann nach drei Nächten flüchten und nehmen Reisaus in die Westschären. Ab geht’s nach Norden. Dabei müssten wir doch so langsam mal in den Süden!

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